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Was ist POS/AD(H)S?

POS steht für Psycho-Organisches Syndrom und ist eine schweizerische Bezeichnung, welche bei der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) als Geburtsgebrechen anerkannt und daher unterstützungsberechtigt ist, sofern die Diagnose vor dem 9. Geburtstag gestellt wird und bereits mit einer medizinischen Behandlung begonnen wurde. Der Verdacht auf ein POS besteht, wenn die meisten der nebenstehenden Symptome über eine längere Zeit (oft ab Geburt) in einer überdurchschnittlichen Intensität zu beobachten sind.

AD(H)S steht für Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung und entspricht der amerikanischen Bezeichnung AD(H)D, welche im DSM-IV Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association verankert ist und sich weltweit durchzusetzen scheint. Die Hauptmerkmale einer AD(H)S sind Unaufmerksamkeit und Impulsivität, mit oder ohne Hyperaktivität.

Jedes Kind mit POS/AD(H)S ist wieder anders, zeigt Störungen in verschiedenen Bereichen, in unterschiedlichem Ausmass und in allen möglichen Kombinationen. Nicht alle der nebenstehenden Auffälligkeiten sind deshalb bei jedem POS/AD(H)S-Kind (gleich stark) zu beobachten. Das vielfältige Erscheinungsbild erklärt die verschiedenen Bezeichnungen und Therapiemassnahmen.

Als Ursachen gelten eine neurobiologische Funktionsstörung aufgrund genetischer Faktoren sowie Schädigungen des Gehirns, z.B. durch Sauerstoffmangel bei der Geburt. Als nicht gesichert gelten Allergien sowie Rauchen, Alkohol, Drogen während der Schwangerschaft. Ein POS/AD(H)S kann nicht durch Erziehungsfehler oder ungünstige Familienverhältnisse entstehen, es hat eine organische Ursache. Die Symptome können allerdings durch entsprechenden Umgang günstig beeinflusst oder verschlimmert werden.

5 – 10 % der Kinder sind in einem Ausmass betroffen, dass ihre persönliche und schulische Entwicklung gefährdet ist. Es ist sehr wichtig, dass die Störung möglichst früh erkannt wird, damit unterstützende Massnahmen eingeleitet werden können.

Die Abklärung erfolgt durch erfahrene Kinderärzte/-innen und Kinderpsychiater/-innen. Die Diagnose basiert auf der Lebensgeschichte (Beobachtungen von Eltern und anderen Bezugspersonen), verschiedenen Tests sowie Beobachtungen durch die abklärende Fachperson. ELPOS vermittelt gerne entsprechende Adressen.

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Wahrnehmungsstörungen
beeinträchtigen die Verarbeitung der gehörten und gesehenen Reize sowie Tast- und Bewegungssinne

Aufmerksamkeits- &
Konzentrationsstörungen

ablenkbar, vergesslich, rasche geistige Ermüdung, ungenügende serielle Merkfähigkeit

Impulsivität
mangelnde Selbstkontrolle, Frustrationsintoleranz

Hyper- oder Hypoaktivität
unruhig und rastlos (Zappelphilipp) bzw. still, verträumt, in sich gekehrt, langsam, apathisch

Koordinationsprobleme
in der Grob- und/oder Feinmotorik, schlechtes Körpergefühl, unkontrollierte Bewegungen, Raumorientierungsprobleme

Schulschwierigkeiten
mangelnde Daueraufmerksamkeit und
Merkfähigkeit, Unruhe, Legasthenie und/oder Dyskalkulie, ungeschickt beim Schreiben, Basteln und/oder Sport

Soziale Schwierigkeiten
kann sich schlecht einordnen und anpassen, eckt an, Ablehnung durch Gleichaltrige, Einzelgänger, Sündenbock

Emotionale Schwierigkeiten
niedriges Selbstwertgefühl, unsicher, reizbar, antriebsschwach, stimmungslabil, Aggression oder Depression

Unreife
im emotionalen und sozialen Bereich sowie im Arbeitsverhalten

POSitiv
gute, oft sogar überdurchschnittliche Intelligenz, sehr sensibel, begeisterungsfähig, offen, spontan, fantasievoll, originell, ausdauernd bei geliebten Tätigkeiten